Montag, 11. April 2011

Malaysia (der Ostkueste entlang nach Singapore)

Reisenotizen

3.4.:
‎Narathiwat - Kota Bharu/ Malaysia, 75 km, flach, wir fuhren vor & nach der grenze auf der stark befahrenen hauptstrasse richtung sueden, was etwas eintönig abzuradeln war. erster tag ohne regen seit langem. Die Landschaft ist nach den tagelangen regenfällen sehr grün mit grösseren & kleineren seen, ganz im gegensatz zu unsere fahrt in nordthailand, wo die bäume das laub fallen liessen und es sehr herbstlich aussah.

4.4.:
‎Kota Bharu - Kuala Besut, 70 km, flach, viel verkehr. erstmals seit längerem wieder touristenrummel. Treffpunkt der rucksäckler.

5.4.:
2 tage auf Pulau Perhentian am schnorcheln, erholen, lesen. Zum googlen: Coral View Resort (etwas bonzig). Wir haben die grosse insel gewählt, weil sie soll etwas ruhiger sein, als die kleine insel, wo sich die rucksäckler zu party treffen. Unsere insel ist aber in den buchten mit stränden auch stark ueberbaut mit bungalows (hier: chalets), und ausser tourismus gibt es hier nichts. Hinter den buchten beginnt die natur mit schönem regenwald. Keine strasse, ausser booten keine fahrzeuge. Erste schnorchelausflüge: Sehr schöne unterwasserwelt.

6.4.:
Pulau Perhentian 2. heute viel gelesen über buddhismus, geyogat, getaucht. Ah, und da waren noch flughunde rund ums chalet. Wunderliche tiere mit flughäuten an beinen, hals & schwanz, gespannt so gross wie ein regenschirm, wenn sie fliegen.

7.4.:
Pulau Perhentian 3. Schnorcheln hier war sehr gut. Klares, warmes meer mit wunderlichsten korallen, korallenbänken, turtles, rochen, haie, grosse & kleine fische in allen farben & mustern und formen, man glaubt es kaum: elegante, kugelige, antike ...

8.4.:
Pulau Perhentian 4 - Besut - Rhu Sepuluh Strand, 70 km, flach, schöne vegetation, viel verkehr, entlang der strasse stark besiedelt

9.4.:
Rhu Sepuluh Strand - Marang, szenerie wie gestern, Heute regentag. Schade, es hätte schöne sandstrände.

10.4.:
Marang - Rantau Abang, 42 km

11.4.:
‎Rantau Abang - Cherating, 107 km, sehr schöner primärregenwald, aber auch viel industrie & verkehr. no immer sehr schöne sand- & palmenküste zum baden.

12.4.:
Cherating, Ruhetag an schönem strand. heut war's wieder mal schön. Wir machten den letzten ruhetag vor singapore. Versuchte souvenirs zu kaufen hier & kam ziemlich in stress, weil es hat nur ramsch hier. Cherating gilt als treffpunkt der rucksäckler  an der ostküste. Doch auf einem km strand sah man ca. 10 leute. In unserem resort sind 4.

13.4.:
Cherating - Tanjong Batu, 135 km. Sind auf einem resort mit einem muslim, der 4 frauen hat, 17 kinder & 34 grosskinder.  Sein ältesteskind ist 52, sein kleinstes 5. Um die 4 frauen auszuwaehlen war er 27 mal verheiratet & folglich 23 mal geschieden, was beides jeweils nur 2 zeugen benötigte. So geht das hier.

14.4.:
Tanjong Batu - Kuala Rumpin, 53 km. Wir wollten nochmals ans meer, ev. das letzte mal. doch es war braun wegen wellen und wasserreichen zuflüssen. das hotel hatte aber einen pool, als kleinen trost. dort verbrachten wir den nami. Am morgen erzählte unser host von seinem glauben. Er lebt nach dem koran, wo alles bis ins detail beschrieben sei, wie man lebt. Mann & frau müssen sich die gesichter zuwenden beim schlafen. Wenn der ehepartner vögeln will, muss der andere einwilligen, allerdings nid öffentlich, es braucht mind. 2 kamele zu verstecken. Die welt geht zu grunde, man sieht die anzeichen: tsunami, saddam hussein (weil der die ölquellen anzündete, ist das klima in malaysia nid mehr so wie früher), und vor allem die frauen, die ihren männern nid mehr gehorchen, sind zeichen für den weltuntergang.

15.4.:
Kuala Rumpin - Kota Tinggi. 135 km, hügelig, palmölplantagen oder regenwald, heiss, nach Mersing wenig besiedelt. Schlafe im zelt auf der veranda eines heruntergekommenen homestay (grusige matratzen, dreckige toilette, ...). Man hört bereits die flugzeuge vo singa.  bin verstochen vo flöhen, es beisst. In der nacht weckte mich laerm, und dachte mir, naja, die Leute könnten schon etwas ruhiger sein. Als der Lärm nicht aufhörte, setzte ich mich auf und schaute aus meinem zelt. Da sah ich 20m vor mir einen hellen elefanten, der offenbar eine kleinere palme umgedrückt hatte und jetzt die blaetter mit dem ruessel abriss und und sich ins maul stopfte. Das war echt eindruecklich. Doch ploetzlich hoerte oder roch er mich und drehte sich um zu mir. Es schien mir, als ob er auf mich zukaeme, und ich kriegte angst und sprang mit einem satz schnell ins bungalow in sicherheit. Darob erschrak auch der elefant und zottelte ab.

16.4.:
Kota Tinggi - Desaru, 90 km, schön, zt der küste entlang, wenig besiedelt, wenig verkehr. Beim kafitrinken mit einem 73-jährigen mann gesprochen, 15 kinder, das älteste 53, ein zweites mal verheiratet mit einer 42-jährigen frau. Offenbar ist der altersunterschied kein problem hier. Letztes mal baden im seichwarme meer. Morgen mittag sollten wirs nach Singa schaffen.

17.4.:
Desaru - Penggeran - Singapore, 30 &  km. Juhui, sind in Singa angek. also - so lusthansa will -  scho fast dehei.

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Bilder

Mit der Faehre ueber den Grenzfluss zwischen Thailand und Malaysia

Ruehrige malaysische Strandbeizerin. Sie wollte unbedingt eine foto von uns. Da machten wir auch eine.

Pulau Perhentian

Unser Bungalow auf Pulau Perhentian. 20 m bis zum Strand.

Pulau Perhentian. Strand vor dem Resort.

Flughund


Rantau Abang. Schuldkroetenstrand, wo Wasserschildkroeten im Juni - August Eier ablegen.

Rantau Abang. Schildkroetenmuseum

Rantau Abang. Lagune zwischen Festland und Sandstrand mit Chalets

Rantau Abang. Morgenstimmung

Unser Chalet in Cherating

Wasserlilien am Morgen
Orchideen

Orchideen



Unterwegs. Bananeneinkauf


Suedlich von Mersing

(Über)Hitz(t)e-Gedanken - Denken beim Radeln über 50 Grad
Erst 50 km u scho müde. Dabei geht‘s doch no 100 km. Warum ist's nid etwas spannender? Was soll i damit? Was soll das?

Mein magen ist gut, muss sich mit cola, dann bier, eiskafi  & sprite u jetz isostonischen chemietabletten herum schlagen, guter muskel! Gute haxenmuskeln, guter herzmuskel, guter hirnmuskel (?)

Wie meine radlerhöschen kleben! Kleben sie eigentli nur, oder hat sich die haut vom schweis aufgelöst und klebt? Kommt die haut mit, wenn ich die höschen ausziehe?

Edu sagt: "Es wär ja no sche(fahrtwind) wam(fahrtwind) blem(fahrtwind) bla(fahrtwind) beng(fahrtwind) tä(fahrtwind)". Was wollte er mir sagen? Soll i nachfragen? Ach, was! Viel zu heiss! Nicht wichtig. Er wollte sowieso nur sagen: es wäre no schön, wenn sein arsch nid so weh täte, oder so was. Ja, ja, mir auch, same-same.

Schon wieder ein golden lächelder buddha am strassenrand. Er auf lotosblume, ich auf beinhartem velosattel. Kann wohl mein getue nid verstehen. Lacht er mich aus? Muss wohl eine unvereinbarkeit geben zwischen buddhistischer Lebensweise & radlerfilosofie. Jedenfalls sympathischer als unsere gefolterten heilands. Fazit: lieber thailand al hailand.

Die sinnfrage. Nein nid schon wieder: Was tu ich hier? Was würde ich jetzt lieber tun? … Gring abe & radle!

Das positive am radeln ist zumindest, dass man beim essen und trinken zuschlagen kann ohne rücksicht auf die pfunde. Esse alles, was 4 beine oder flügel hat, ausser tisch & flugzeuge … & reis

Trotz power
werden auf die dauer
beim radeln die muskeln sauer.

ah, dieses högerli - schaff ich es, oder schafft es mich?
… ah, das war knapp, inschallah!

Diese wolke, danke! Ist das ein zeichen, dass i no nid sterben soll, oder soll mein leiden nur verlängert werden?

1,5 std gefahren, 1,5 l flasche leer. Rechne!

Über mir bombardiert die sonne, unter mir grillt der asphalt, in mir die kernschmelze. Allah, gib mir souplesse im fegefeuer!

...
Unser Chalet im Giaet (70 km suedlich von Mersing)
Durian

Durian (Konsistenz wie Limburger)

Bugis Street


 

Mein Yoga-Asana

Mein Yoga-Asana

Diese Uebung ist meine liebste Yoga-Uebung. Sie begleitete mich taeglich auf meiner Reise und bildete so ein verbindendes Ritual ueber die Monate. Sie besteht aus 6 Positionen. Von einer Stellung zur naechsten atme ich ein oder aus und bleibe dann bei angehaltenem Atem eine Zeitlang in der neuen Haltung bevor ich mit Ein- oder Ausatmen in die naechste Stellung gehe.



1
Ich lege die Haende in meinen Schoss. Die Fingerspitzen beruehren sich, ich atme langsam ein und dann langsam aus.

Diese Haltung hat fuer mich die Bedeutung:
Ich sitze auf dem Boden, die Erde traegt und naehrt mich. Ich ruhe wie die Erde und werde getragen von der Erde. Ich komme aus der Erde, ich bin aus Erde, ich werde zu Erde, eingebunden in einen Kreislauf mit der Erde in ein Werden, Sein und Vergehen.



2
Ich lege die Haende vor die Brust, waehrend ich einatme.

Diese Haltung hat fuer mich die Bedeutung:
Ich sammle mich. Ich konzentriere mich auf meine Mitte, meine Energie, mein Leben, mein Herz. Ich hoffe, es geht mir heute gut. Ich werde achtsam sein gegenueber mir, meinem Koerper, Gedanken, Gefuehlen und Stimmungen.




3
Ich lege die Haende nach vorne, waehrend ich ausatme.

Diese Haltung hat fuer mich die Bedeutung:
Die Batak machen diese Geste, wenn sie danken (allerdings nicht so weit nach vorne). Ich gebe der Welt meinen Atem zurueck und hoffentlich vieles mehr, zum Glueck fuer meine Umwelt und mich. Was ich habe, ist nicht mein, wie die Luft, die ich ein- und ausatme.




4
Ich fuehre die Haende seitwaerts, waehrend ich einatme.

Diese Haltung hat fuer mich die Bedeutung:
Ich oeffne mich der Welt. Ich oeffne Grenzen, es wird weit ums Herz. Es ist die Geste des Eingebunden seins in der Welt, des sich Hingebens und sich Einlassens. Ich erhalte alles, was ich zum Leben brauche: ich kann atmen, Luft, Licht, Sicherheit, Freude, Freunde, ... ich bin nichts ohne diese Verbundenheit. Je mehr ich oeffne, je mehr bin ich verbunden.




5
Ich fuehre die Haende ueber meinen Kopf und lege sie zusammen, waehrend ich ausatme.

Diese Haltung hat fuer mich die Bedeutung:
Ueber mir das Universum und mit ihm die Erde als Teil davon und eben auch ich mit allem, was ich nicht wissen, fuehlen und denken kann, und alle Dinge und Vorgaenge, ohne die ich nicht leben koennte. Das Universum bin ich, ich bin ein Teil dieser grossen, leuchtenden, unfassbaren Maschinerie. Dies moechte mir heute bewusst sein.




6
Ich fuehre die zusammengelegten Haende vor meine Stirn, waehrend ich einatme.

Diese Haltung hat fuer mich die Bedeutung:
Dies ist die schoene, beeindruckende, ruehrende Dankesgeste der Thais und Laoten. Hier sitzt mein Geist, mein Denken, dieses Bisschen, das immer wieder meint, es sei etwas besonderes, etwas das der Welt ueberlegen ist und doch immer wieder Muehe hat, den Tag ueber das Richtige zu tun. Moege ich waehrend des heutigen Tages zu Bescheidenheit faehig sein, so wie sie vielleicht in dieser Geste zum Ausdruck kommt.





7
Ich fuehre die Haende in die Ausgangsposition in meinen Schoss (Fingerspitzen beruehren sich), waehrend ich ausatme.

Die Uebung ist zu Ende, oder beginnt von Vorne. Der Kreis schliesst sich und ist bereit fuer einen neuen Anfang, eine neue Moeglichkeit tut sich auf, "same-same, but different", jeden Augenblick, jede Stunde, jeden neuen Tag gibt es neue Moeglichkeiten und neue Anfaenge.

Ueber das Leben und Sterben



Letzten Herbst weilte ich in Konya, Tuerkei und bekam ein paar Dinge mit ueber die Weltanschauung der Sufiten und Derwische, einem mystischen islamischen Orden, der in dieser Stadt sein Mutterkloster hatte. Seither blieb mir die sufitische  Aufforderung "Stirb bevor du stirbst" im Gedaechtnis und kam wieder hoch, als ich in einem Buch ueber den Buddhismus vergleichbares las. Ich versuche das hier wieder zu geben. Vielleicht interessiert's dich. Vielleicht gibt es ja mal eine gute Diskussion mit dir ueber dieses Thema, denn ich denke, das ist halt schon ein Thema, womit man sich beschaeftigen muesste, wenn man richtig leben will, so paradox dies klingt. Wenn du das liest, dann bitte ich dich um Gnade, wenn etwas unverstaendlich oder falsch ist, denn wie immer schreibe ich in einem Internet-Kafi mit ausgeliehenem Notebook und habe nur wenig Zeit. Ich schreibe in Ich-Form, um nicht irgend einer Weltanschauung falsche Ueberlegungen anzuhaengen.
Das Buch ueber den Buddhismus sagt: Ich bin zusammengebraut aus Elementen und Molekuelen des Universums. Mein Koerper und die Welt sind identisch. Auch mein Denken und Fuehlen sind Faehigkeiten der Materie, verbunden mit Wissen, Erfahrung und Sozialisation. Ich bin eine schoene Menschenbrauerei. Mit dem Tod wird mein Koerper wieder zu Erde, also in eine andere materielle Form uebergehen, also niemals sterben. In dieser Form wird es kein Denken, Fuehlen und kein "Ich" und "Mein" mehr geben. Wir muessen davon ausgehen, dass der Geist erlischt. Alles andere ist Glauben. So einfach ist das, was wir wissen koennen, so klar, dass viele Menschen dies kaum ertragen. Mein Sein hat ein Verfallsdatum, aus mir wird etwas anderes entstehen.
Aus Staub sind wir, zu Staub werden wir, und dazwischen wirbeln wir Staub auf. Fragen, wie bspw. ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder eine Wiedergeburt, koennen wir nicht beantworten. Wer so fragt, muss einer Lehre glauben, wofuer es keine Beweise gibt. Solche Fragen fuehren nicht zu einer Einsicht, denn niemand weiss es. Aber wir koennen uns sinnvoll mit der Frage nach dem richtigen Leben befassen, mit der Frage, ob und wie und wieviel Staub wir während des Lebens aufwirbeln wollen, wie wir richtig leben könnten. Das ist eine schwierige Frage.

Die Welt und uns erleben wir durch unsere Sinne und unseren Geist. Beides sind truegerische Instrumente. Insbesondere machen sie uns glauben, es gaebe ein "Ich" und dadurch eine Welt ausserhalb des "Ich". Dies ist eine Art optische Taeuschung. Die Sinneswahrnehmungen lassen in uns Gefuehle der Zu- oder Abneigung, des Habens, Begehrens usw. oder Nichthabens, Nichbegehrens entstehen, also Ich- und Mein-Gefuehle oder Nicht-Ich- und Nicht-Mein-Gefuehle. Das ist oft gut und schön, dadurch erleben wir Befriedigung unserer Wünsche und Bedürfnisse, lässt uns aber auch leiden  und wir erleben Frustrationen, Enttäuschungen.

Die Frage nach dem Lebensglück ist wohl die Frage, wie ich mit Bedürfnissen, Sehnsüchten und Wünschen umgehe. Wenn es mir gelingt, mich davon zu distanzieren, sie zu haben ohne davon besessen zu sein, hafte ich nicht an dieser Welt, bin ich nicht belegt oder abhängig von Gefuehlen des Wollens, Habens, Begehrens, bin ich frei. Damit werden wir aber nicht zu indifferenten, inaktiven Holzkloetzen, im Gegenteil wir sind Ich-unbelastet und damit nicht mehr selbsteingenommen, sondern spontaner, handlungsfaehiger, offener, aktiver, achtsamer und weiser, weil nicht mehr egoistisch.

Ich haenge an meinem "Ich", weil ich liebe mein Leben. Ich werde es verlieren. Das macht Angst. Ich will so lange wie moeglich das Beste erhalten, was ein Mensch erhalten kann und ich will so lange wie moeglich das Beste geben und tun, was ein Mensch geben und tun kann. Das macht mich gluecklich, das macht mir Freude. Mit dem Tod werde ich das verlieren. Damit lebe ich ein Leben in Angst vor Verlust. Ich verliere das, woran ich haenge, woran ich mich angehaengt habe, woran ich mich klammere. An allem was schoen ist und mir lieb ist, ist also ein Geschmaeckle, die Angst vor dem Verlust dessen, das Leiden, wenn ich es verliere.
Buddhisten und Sufiten sagen: Je mehr ich begehre, je mehr ich erreiche, je gluecklicher ich bin, desto groesser ist mein Leiden, meine Angst, umso groesser wird mein Kampf gegen den Tod sein. Die Angst vor Unglueck und Tod sei meine geistige Krankheit, Die "Graete" im Paradies meines guten Lebens. Wenn ich ein guter Mann bin, dann habe ich die "Graete" des guten Mannes (die Angst, den guten Mann zu verlieren), wenn ich gluecklich bin, dann habe ich die "Graete" des Gluecklichen (die Angst, mit dem Tod das Glueck zu verlieren), wenn ich ein guter Vater bin, dann habe ich die "Graete" des guten Vaters. Ich habe Angst vor dem Ende dieses Zustandes. Das ist das Yang im Ying. Gerade im Angesicht des Todes tun viele Menschen fast alles, um es zu verlaengern, sei es auch nur um Tage, weil sie dem Leben anhaften, anstatt es loszulassen, weil  sie Angst haben vor dem Verlust, besessen sind vom Leben. Das ist in den Ansichten von Buddhisten und Sufiten dumm.
Diese Angst, diese seelische "Krankheit" besiegen, wuerde heissen, alles loszulassen, woran ich haenge, was mir wertvoll ist, Sicherheit gibt, das Leben erleichtert, Freude macht, gluecklich macht. Denn WEIL ich daran haenge, habe ich Angst, es zu verlieren.
Klug sein, klug leben, wuerde heissen, alles schon jetzt los lassen, nirgendwo anhaften, dann kann ich im Leben und mit dem Tod auch nichts verlieren. Und ich haette keine Angst mehr im Leben und vor dem Tod, weil ich nichts mehr habe, auch nichts mehr zu verlieren habe. Meine Anhaftungen an meine Beduerfnisse, Verlangen, Wuensche, Traeume, an das Leben gaebe es nicht mehr. Was nicht ist, kann folgerichtig auch nicht sterben. Dieser Zustand der Freiheit, des nicht mehr Beduerfens, der Wunschlosigkeit, wird von Buddhisten und Sufiten als der schoenste, kreativste, achtsamste, spontanste, lebendigste, erhabendste Zustand beschrieben, den wir Menschen erreichen koennen. Wir sind nicht mehr fixiert und eingeschraenkt durch unsere Beduerfnisse und Aengste, sondern leben das umfassendste Leben das wir leben koennen, das Leben im Hier und Jetzt.
Etwa so wuerde ich (kann ich) beschreiben, was Buddhisten und Sufiten meinen, wenn sie uns auffordern: Lass los, lass deine Wuensche und Aengste sterben bevor du stirbst. Dann wirst du leben.

Selamat pagi!



Selamat pagi!

Selamat pagi! heisst herzlichen, guten, sicheren, friedlichen (salam? shalom?) Morgen.

Hier ein Text aus meinen Notizen.
Heute morgen sass ich am Strand von Kuala Besut und hatte etwa diese Gedanken, die ich nachtraeglich fest zu halten versuche:

Eine friedliche Morgerstimmung hier. Ich am Sandstrand sitzend, vor mir das Meer, hinter mir der Palmenstrand, ueber dem Horizont die aufgehende Sonne.

Mir ist auch friedlich zumute. Ja, manchmal ist das Leben ganz in Ordnung, man ist zufrieden, keine Wuensche, keine Beduerfnisse, keine Pflichten, ...

Warum bin ich jetzt in diesem Moment zufrieden? Wegen Strand, Sonne etc.? Waere ich weniger zufrieden ohne Strand, Sonne etc.?
Waere ich unzufrieden?
Ist meine Zufriedenheit abhaengig von der Umwelt?
Bin ich abhaengig?
Sollte meine Zufriedenheit nicht MEINE Sache sein, unabhaengig von Ort, Wetter, Menschen etc.?
Sollte ich nicht ebenso zufrieden sein, wenn ich ein Fotobuch mit Meeresstraenden betrachte?
Wovon bin ich, ist meine Zufriedenheit eigentlich sonst noch abhaengig?
Von nach Hause gehen? Von zuhause?
Sollte ich meine Zufriedenheit nicht in mir selber finden?
Ist mein Leben ein zufaelliges Erhaschen von zufriedenen, schoenen Momenten? Und ansonsten renne ich Beduernissen nach, erfuelle Rollen etc., ein Nachrennen von Beduernissen und Verpflichtungen? Ist das nicht auch schoen?
Sollte ich nicht haeufiger oder grundsaetzlich Zufrieden sein, indem ich gar nicht beginne, Beduerfnisse und Wuensche etc. aufkommen zu lassen?
Zufrieden sein hiesse ja, kein Manko empfinden, keinen Wunsch zu haben. Nur noch den Wunsch, nichts zu wuenschen, wie jetzt hier man Strand in friedlicher Morgenstimmung, wo ich nur zufaellig meinen Begehrlichkeiten entkommen bin und nur fuer kurze Zeit. Sollte ich nicht damit beginnen, diese wunschlose Zufriedenheit zu hegen und zu pflegen? Waere das nicht bestaendiger als das kleine oder groessere Glueck der Beduernisbefriedigung?

So simpel waere Zufriedenheit moeglich: Wunschlos sein, beduerfnislos sein, los sein, losgeloest sein. Und so schwierig, es zu leben.

Allen, die das lesen, wuensche ich einen zufriedenen Tag. Ich wuensche euch wunschlose Zufriedenheit! Moeglicherweise etwas vom besten, das ich euch wuenschen kann. Denn Beduerfnisse und Wuensche zu haben, kann einen ungluecklich machen. Vielleicht waere es besser, solche Begehrlichkeiten los zu lassen, um da zu sein, wo man wirklich ist: im Hier und Jetzt.
Und noch vieles mehr: dass du keine Sorgen und gute Gesundheit hast ...

Selamat pagi!

Sonntag, 3. April 2011

Buddhismus im Alltag (Thailand, Laos)

Als Tourist habe ich hier in wenigen Wochen Dutzende von buddhistischen Tempeln, Pagoden, Kloestern, Vats und Thats und tausende von Buddhastatuen gesehen und bin beeindruckt vom Aufwand der Menschen fuer ihre Kultur und Religion.
Wie spuert man den Buddhismus im touristischen Alltag? Welchen Gepflogenheiten, Regeln und Traditionen begegneten wir und denken uns, das sei buddhistische Mentalitaet?

Zu bedenken dabei waere, dass wir hier Fremde sind. Fuer Laoten sind wir Touris "Langnasen", fuer Thais "Farangs". Eigentlich muessten wir eher Ablehnung erwarten, denn wir sind Fremdkoerper, wir riechen fuer sie unvorteilhaft, weil wir mehr schwitzen als sie; sie meinen, wir seien reich und wuerden uns geizig verhalten; weil wir Touris oft fuer Angebote angequatscht werden, und nicht immer freundlich abweisen, gelten wir als ueberheblich, unwirsch, arrogant, liegen als Faulenzer am Strand herum und sind schluddrig oder unschicklich gekleidet etc.

Laesst man uns das spueren? Beispiel: Ich gehe an eine Tankstelle und bitte um einen Schluck Diesel, um meine Velokette zu reinigen. Bloed wie ich bin,  kann ich natuerlich kaum ein Thai-Wort, und die Angestellten muessen meine plumpen Gebaerden deuten, um zu erkennen, was ich moechte. Grund genug mich abzuweisen? Nein! Der Chef persoenlich kommt und hilft mir, seine Angestellten muessen meine Wasserflaschen nachfuellen und jemand bringt einen Kessel Wasser und Seife, um meine Haende zu reinigen, Und am Schluss trinken wir noch gemeinsam ein Kaennchen Tee. Von mir haben sie nichts, weil ich kann nicht Thai und niemand versteht englisch, und fuer ihren Aufwand nehmen sie kein Geld an ...  so ergeht es uns immer wieder!!!

Was war fuer uns beeindruckend gut? Wie erklaeren wir uns, Warum sind die Menschen so sind?

Gemaechlichkeit:
Die Menschen, oder die Autofahrer sind kaum je genervt oder gestresst. Man neigt nicht zu egoistischem oder ruecksichtslosem Verhalten, man sieht kaum Menschen unter Zeitdruck.
Moegliche Erklaerung:
Die Menschen zeigen den buddhistischen "Mittleren Weg": Wer richtig lebt, lebt in der Balance. Wer nicht ausgeglichen handelt, stoesst auf Unverstaendnis, scheint verwirrt zu sein, sonst wuerde er besonnener leben.

Hilfsbereitschaft:
Die Menschen hier scheinen grossherzig und gebefreudig zu sein. Sehr beeindrucken war das Spenden von Almosen an Moenche am Morgen. Da beobachteten wir in Tak, wie ein junges Paar, das soeben an einer Gassenkueche sein Fruehstuck erstanden hatte, alles einem daherkommenden Moench in dessen Topf legte und auf der Strasse demuetig niederkniete, waehrend der Moench ihnen einen Segensspruch vortrug. Das Paar ging darauf ein zweites mal Fruehstueck einkaufen.
Ich bewunderte mal die Haarspange eines Laedlibesitzers: er wollte sie mir darauf gleich schenken.
Moegliche Erklaerung:
Hilfsbereitschaft ist fuer BuddhistInnen eine Chance, sich als BuddhistIn zu erweisen und wird mit einem besseren Karma im naechsten Leben belohnt.

Land des Laechelns und Ja-sagens:
Thais und Laoten laecheln fast immer. Auch bei uns gibt es die Weisheit, dass das Leben mit einem Laecheln leichter wird, doch die Menschen hier tun es wirklich, durchwegs. Freundlichkeit ist hier wichtig (hoffentlich faerbt das auch auf uns ab). Zum Freundlich sein gehoert auch, dass man hier eigentlich nicht nein sagen kann, denn das waere unfreundlich. Man muss das Ja, das ein Nein ist, halt richtig deuten, oder so fragen, dass die Leute mit Ja antworten koennen, um zu verneinen, also: "Milk - not have?" So kann die Thai antworten mit: "Yes, not have".
Moegliche Erklaerung:
Buddha lehrte, dass eine "richtige Rede" nicht verletzen darf. Man ist also sanft zueinander, und dazu gehoert eben auch nicht Nein-sagen, sondern vielleicht verlegen laecheln, das man als nein deuten kann. Es gibt auch die Theorie, dass diese Hoeflichkeit sich aus der strengen buddhistischen Hierarchie entwickelt habe, wo die Unteren - also die Vielen - den Oberen - also den Wenigen - diese Hoeflichkeit schuldeten.

Samstag, 26. März 2011

Thailand auf der Rueckreise

Reisenotizen

20.3.:
Vientiane - Nong Khai (Thailand), 25km. Herumhaengen am Mekong. Am abend stiegen wir in den zug nach bangkok. 12 Std Rumpelschlafwagen. So geht das.

21.3.:
‎Bangkok. Chinesischen & indischen stadtteil & golden mount erfahren. Dann per zug weitergereist nach chumphon und 23.00 noch ne fähre erwischt nach ko tao.

22.3.:
‎Mein Tao führte mich nach Ko Tao. gestern kamen wir mit dem zug 22.00 in chumphon an. die frau des polizisten betätigte sich als guide und vermittelte uns eine faehre nach ko tao, einer kleinen insel 6 std. vor der küste. ihr mann machte die taxifahrt zum hafen und erzielte damit ein zusatzeinkommen. so elegant geht reisen manchmal. hier wollen wir etwas ruhen nach den wetterstrapatzen in laos und den zwei kurzen naechten im zug und auf dem schiff. Ko Tao ist touristisch, aber in unserem freedom resort mit eigenem strand merkt man wenig.

23.3.:
Ko Tao 2. Heute bewoelkter tag. Die kueste ist ein tauchparadies. Schoene fische wie Butterfly Fish, Parrot  Fish, Titan Trigger  Fish, und tausende von kleinen fischen, die einen umschwaermen, korallenstoecke und pflanzen. Der christmas tree worm ist ein oranges, blaues oder weisses wesen, das steine im wasser lebt. Wenn man sich ihm naehert, schliesst es in sekundenschnelle un sieht aus wie eine unscheinbare, graue verfaerbung auf dem stein. Dazu ist das wasser so warm, dass man stundenlang schnorcheln kann.

24.3.:
Ko Tao 3. wieder ist ein tag zu ende. Habe ausser yoga (täglich, konsequent, lange) wenig gemacht. Etwas velo gefahren, 2 mal gebadet ... ah, und massage, war wieder mal super, aah. War zuweilen erotisch, wie die Masseuse den kopf massierte, der in ihrem schoss lag. Bin zur ruhe gekommen, will heissen, i lasse die tage vorbeiziehen, wie sie kommen & gehen. Wollte eig. noch viel machen, meditieren usw., reicht aber wohl nimmer. Naja, ein anderes mal.

25.3.:
Ko Phangan. 2 std. stürmische überfahrt nach ko phangan, regentag. machte schnupperkurs im thaiboxen u sah in den spiegeln, wie plump ich mich bewegte. am abend bei yoga an zu hause gedacht, und die tränen kullerten.

26.3.:
Ko Phangan 2. Es seichte nur einmal. alles grau in grau. same-same wie gestern. Die insel wird als schön beschrieben, doch ist ein sightsseing bei diesem wetter abstrus. Vielleicht morn. Drum hani viel geblogt.

27.3.:
Ko Phangan 3. Seit 3 tagen seicht es nur einmal. alles grau in grau, samesame. im swimmingpool lässt sichs trotzdem gut baden und man hat viel platz (niemand drin). letzte nacht sturm, eine kokosnuss fiel aufs dach und weckte etwas unsanft. ueberhaupt frage i mich, ob es nid sicherer waere, mit dem helm rumzugehen, denn nicht alles gute kommt von oben. die etwas enttaeuschten touris im resort warten auf sonnenschein. als heut die sonne sich zu zeigen schien, fuellte sich der strand mit bikinis und bleichen westlern. kurz darauf, war er wieder leer. hab mir in nem used-book-laden 2 buddhistische buecher erstanden, denn es soll no 3 tage lang schiffen. das eindruecklichste ereignis heute: ich fand eine „German Bakery” und hatte ein sandwich mit knusprigem kernenbrot, wow - soo gut. Und dann las i die sueddeutsche zeitung von vorne bis hinten voller gier, weil es war die erste zeitung seit 3 monaten. Ah, tat das gut! Europa ist wirklich eine andere welt mit anderen themen und problemen. Da geht es um libyen um akw's, literatur, filme ... voellig andere dinge als die, mit denen i mi die letzten 3 monate herumschlug, herumzuschlagen hatte. Und beim Passivglotzen erste Bilder von Ueberschwemmungen, wo?

28.3.:
‎Ko Phangan - Donsak (2 1/2 std. autofähre) - Khanom (25 km). der maerz hier wird in den klimacharts als waermster und zweittrockenster monat beschrieben mit 50mm niederschlag. soviel seicht es pro std. und das seit 4 tagen & nächten. wiederun hätten wir eine schoene radlerstrecke entlang des thailaendischen golfes. sicht ist manchmal nur ca 100 m, nicht wegen Nebel, sondern wegen Regendichte. waelder &  haeuser z.t . unter wasser, baeche quer ueber die strasse.Hotel in Khanom, hier schifft es schlimm. Internet ist unterbrochen. Infos der thais sind unklar. Wie lange dauert das unwetter no? Kommen wir no weiter der ostküste entlang nach süden?

29.3.:
Donsak -Nakhon, 105 km in stroemendem Regen. Zuerst hiess es im Hotel, " Not go, not possible, bridge broken", dann ein Telefon mit einem Busfahrer: " Nakhon possible with bicycles, only not possible with cars, but also possible with busses." Dann also los! Besonders auf der Landseite ganze Landstriche etwa 1m hoch unter Wasser. Strassen und Bruecken aber waren gut.

30.3.:
‎Nakhon - Hua Sai, 65 km flach gegen den wind. Sind am Trockenen & relativ Sicheren in Hua Sai (gestern war das meer über das ufer geschwappt und füllte dem besitzer das büro). Wir sind die einzigen gäste. Heut war's, wie ma gestern die wetterprognosen beschrieb: unwetter am morge, 2 std trockene strasse u jetz grad wieder gewaltige wassermassen vo obe. Das meer tobt. Radeln: 60 km mit mühsamem gegenwind,Brücken & sehr gute, neue strasse sind ganz. Nakhorn war teilweise unter wasser. Alle flüsse sind über die ufer, oft auch weil brücken verstopft von schwemmaterial. Aber sie reissen nicht. Die strasse ist ca 1m erhöht. Dahinter bildet sich eine seenlanschaft mit rotbrauner sosse. Die häuser sind meist auf pfählen & somit hab u gut im trockenen. Die menschen nehmens m.E. gelassen. Sie sitzen herum auf ihren veranden, ruhen in ihrer mitte u warten. Andere versuchen aus überfluteten fischzuchten entschwommene fische zu fangen. Bei uns wärs die katastrophe.

31.3.:
Hua Sai - Songhkla, 120 km der küste entlang, palmenstrände, beidseits der strasse braune seen der überschwemmung, ziemlich verkehr. das wetter hat sich beruhigt.

1.4.:
Songkhla - Pattani, 105 km auf highway 43 im seich, viel verkehr, laut, summa summarum: dem tag liess sich wenig reiz abgewinnen. sind im besten hotel abgestiegen, delux-zimmer, sauna (bei diesem wetter!), swimmingpool, fr.40

2.4.:
Songkhla - Narathiwat, 121 km flach, z.t. sehr schöne strandstrasse (bei Panare). alle 10 km strassensperren mit polizei/armee wegen separatistischem terrorismus. Wir erkundigen uns über die gefahren beim reisen, und mir ist klar, ich müsste mehr wissen für eine gute einschätzung. Aber viele aufmerksame, lachende menschen nehmen mir die beklemmung. ab 15.00 strömte die trockenzeit aus kübeln vom himmel. Die gefahr, von einem blitz erschlagen zu werden, dann vom sturm eine verwehte kokokosnuss auf den schädel zu kriegen, um anschliessend von einem tuktuk überfahren zu werden ist aktuell grösser als von separatisten gekidnappt zu werden, um lösegeld zu erpressen, denn bei diesem wetter bleibt der fortschrittliche terrorist zu hause bei seinen bomben.

3.4.:
Narathiwat - Kota Bharu/ Malaysia, 75  km, flach, wir fuhren vor & nach der grenze auf der stark befahrenen hauptstrasse, was etwas eintönig  abzuradeln war. erster tag ohne regen seit langem. Die Landschaft ist nach den tagelangen regenfällen sehr grün mit grösseren & kleineren seen, ganz im gegensatz zu unsere fahrt in nordthailand, wo die bäume das laub fallen liessen und es sehr herbstlich aussah.



Wir haben die Freundschaftsbruecke von Laos nach Thailand ueberquert und erkunden die thailaendische Grenzstadt Nong Khai. Am Abend werden wir den Nachtzug nach Bangkok nehmen
Elefant sucht Parkluecke

Mit Laternen geschmueckter Baum vor einem Tempel

Am naechsten Morgen muessen  wir frueh aus unseren Schlafwagenbetten. Der Penner laesst sich nicht stoeren.

Mit dem Velo erkunden wir einen Teil Bangkoks. Interessant war s. Aber auch wuschlig und stinkig. Kallorien nachschieben hingegen ist kein Problem

Auf dem Golden mount in Bangkok

Hier der Blick vom Mount auf die umliegenden Klostergebaeude
Nacht. Ueberfahrt nach Ko Tao. Baedu raucht seine Letzte.


Unsere Unterkunft auf Ko Tao (Taucherinsel bei Ko Samui)

Und hier der Blick aus unserer Unterkunft stradwaerts.

"Unsere Bucht" auf Ko Tao. Zum Tauchen wirklich ganz grosse Klasse!


Ausflug zur Nordspitze des Inselchens. Leider begann das Wetter schon an unserem zweiten Tag auf der Insel zu wechseln. Nach und nach setzten monsunartige Regenfaelle ein. Und das im niederschlagsaermsten Monat des Jahres! Die Einheimischen vermuteten den "japanischen Tsunami" als Schuldigen.

Der geneigte Betrachter erkennt den aufkommenden Sturm auf der Ueberfahrt von Ko Tao nach Ko Phangan. Der Rest war Kotzen.

Schlechtwetterprogramm auf Ko Phangan: Schnupperkurs im Thai-Boxen, wo ich mich so undynamisch und unelegant fuehlte.

dito

Unser Bungalow auf Ko Phanghan (auf Wunsch von Jannis & Elin)

Waere so schoen, wenn s doch nur schoen waere.

Mit einer etwas aelteren Faehre gelangen wir bei "Vollmonsun" wieder ans Festland. Die Ueberfahrt erspart uns den Eintritt in eine Achterbahn. Auto und Motorraeder wurden von der Faehre aus "achterbahntechnische Gruenden" keine mitgenommen.

Weite Teile Suedteilands stehen nach den tagelangen Regenfaellen unter Wasser.

Teile von Strassen und einige Bruecken werden nach und nach ueberflutet und spaeter (wir waren zum Glueck schon durch) weggespuehlt.

Strasse wird langsam ueberflutet

Haeuser sauffen ab

Am Morgen starten wir in der Stadt Nakhon auf Wildwasser-Stufe 1 bis 2.

same-same voriges Bild.




Morgenessen in einem kleinen Beizli am Strassenrand. Von denen gibts in Thailand tausende und das Essen ist meist ausgezeichnet. Die Koechin und ihre Tochter stehen fuer Baeddu Modell.

Der Regen setzt zeitweise aus. Das Wasserspiegel senkt sich dann oft recht schnell.

Wat Pa Kho

In ueberspuehlten Feldern,  Graeben oder auf ehemaligen Landwirtschaftwegen sahen wir Einheimische mit kleinen Netzen fischen. Die Netze hatten in den Geschaeften die Regenschirme und Pellerinen im Aushang von der ersten in die zweite Reiher verdraengt. Wir vermuten, dass durch die Ueberschwemmungen viele Fische aus Fischzuchten fliehen konnten und nun im sich zurueckziehenden Wasser leicht zu fangen waren.

Reisfelder, die muessen unter Wasser sein. Thailand ist gruen wie nach der Regenzeit im Sommer

Wunderschoene Landschaften entlang der suedlichen Ostkueste Thailands. Es regnet noch jeden Tag ein bis zwei Mal. Das Wetter bessert sich aber langsam. Weil es immer warm blieb war das Radfahren , abgesehen von der Unsicherheit, ob die gewaehlte Strasse noch passierbar sei und dass immer alles nass und meist auch dreckig war, nicht so schlimm.

Gegenwind

Langsam aendert das Strassenbild. Es sind mehr und mehr verschleierte Frauen zu sehen. Wir naehern uns Malaysia
Interkulturelle Kommunikationsprobleme:

An einer Kreuzung. Wir fragen ein Thaipaar mit Moped nach dem Weg.
Edu: To Hua Sai?
Thai: To Hua Sai?
Ich:  Hua Sai?
Thai: Hua Sai?
Edu (moduliert Ton): Hua Sai?
Thai (moduliert Ton): Hua Sai?
Ich zeige auf Karte, Thai liest.
Thai: Ah, Hua Sai, da !

Hier wird noch einige Zeit kein Maetsch gespielt. Ev. wechselt der Club auf Wasserball.

Drei Tage fahren wir durch Gebiete Suedthailands, in denen moslemische Seperatisten Probleme bereiten. Viele Strassensperren, viel Militaer auf den Strassen, bewachte Hotels. Die Leute jedoch sind freundlich. Wir haben nicht das kleinste Problem.

Grenzfluss zu Malaysia

Buddhismus im laotischen & thailandischen Alltag

Schwierig ...
Inwiefern sind unsere Erfahrungen nicht von Sterotypen gepraegt?
Kann ich das in diesen paar wenigen Tagen und mit diesen paar wenigen Begegnungen einschaetzen?

Coming soon

Freitag, 25. März 2011

Eins sein 3

Ich erzaehle eine Geschichte, die mir kuerzlich in den Kopf kam, von der ich aber fast nichts mehr weiss. Ich glaube, sie ist alt und eine buddhistische Lehrgeschichte. Wenn ich sie der Spur nach erzaehle, sagt sie wohl eher was aus ueber mich. Die urspruengliche Geschichte koennte ganz anders sein.

Also, ein Mann begehrte eine Frau und wollte gerne mit ihr zusammenleben. Er klopfte an deren Tuer, sprach von ihrer langjaehrigen Bekanntschaft, ihren gemeinsamen Erlebnissen, seinen Gefuehlen fuer sie und dem moeglichen schoenen, gemeinsamen Leben zu zweit.
Doch die Frau antwortete freundlich und traurig: "Mein lieber Freund, es geht nicht, denn hier ist keine Platz fuer dich!"
Enttaeuscht ging der Mann fort, konnte jedoch diese Frau ueber die Jahre nicht vergessen. Eines Tages  klopfe er erneut and deren Tuere und bat um ihre Hand. Die Frau fragte: "Fremder, wer bist du denn?“ Der Mann antwortete (und eigentlich blieb mir die Geschichte nur deshalb im Kopf, ist wohl an dieser Geschichte nur dies in Erinnerung): "Du kennst mich! Ich bin dein Freund! Ich bin du!"
Darauf oeffnete die Frau die Tuere und sprach: " Sei herzlich willkommen, fuer dich ist Platz genug!"
Fertig.

Was soll diese Geschichte, die mir nicht aus dem Kopf geht? Sie ist sicher nicht ein Lehrtext fuer die Gleichheit der Geschlechter, denn das ist dem traditionellen Buddhismus fremd. Befremdend ist auch, wie der Mann auf seine Persoenlichkeit zu verzichten scheint.
Die Frau und ihr Haus in dieser Geschichte stehen wohl symbolisch fuer die Welt, die dem Mann verschlossen bleibt, solange er sich als Individuum mit Vorstellungen und Wuenschen versteht. Er erhaelt keinen Zugang in diese Welt, solange er mit seinen eigenen Rucksack voller Eigenheiten, eigener Vorstellungen und eigenem Mobiliar einziehen will. Nur, wenn er bereit ist, sich einzulassen auf die Frau und das Haus, die Umwelt, das Leben, bekommt er Einlass. Er muss bereit sein, sich hinzugeben, sich preisgeben. Ja, sich selber sein und bleiben, ist eine westliche Vorstellung von individuellem Glueck. Alles den anderen geben, sich hingeben - denn was kann man mehr geben als sich selbst - ist die oestliche Vorstellung eines guten, harmonischen Lebens. Es entspricht unserem Sprichwort, dass Geben befriedigender und gluecklicher macht als Nehmen.
Die Frau - das Tao, der Weg , die Einsicht, die Weisheit - und den Zugang in das Haus - zur Einheit des Menschen mit der Welt (Nirwana? Erloesung von den Leiden?) - erhaelt der Mann (Mensch) erst, wenn er seine Beduerfnisse, seine Traeume und Wuensche los laesst, wenn er und die Frau und das Haus keine Gegensaetze mehr sind, nicht mehr Ying und Yang, sondern sich die Gegensaetze aufgehoben, sich vereinigt haben in der Mitte, in der Harmonie zwischen Ying und Yang, zwischen ich und du und die Welt, zwischen Sein und Nicht-Sein, alles beinhaltend. Die Erfuellung - durch los-lassen, nicht-wuenschen, nicht-handeln, nicht-eingreifen, durch Gleichmut und geschehen-lassen.

Ueber die Relativitaet der Zeit

Der Dalai Lama schreibt in seiner Biografie von der Nichtexistenz einer zeitlichen Konstante. Jeden Augenblick wird die Welt neu geschaffen. Das sehen wir nur teilweise. Wir meinen, es gebe eine Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese Konstanz entspricht nicht der Weltsicht des Buddhisten. Diese Konstanz ist eine Taeuschung unserer Sinne. Es gibt nichts Konstantes ausser den Wandel, und der geschieht jeden Augenblick so radikal, dass wir ihn mit unseren beschraenkten Sinnen gar nicht erfassen koennen. Wir sehen, wie Berge erodieren und Menschen alt werden. Aber die Welt ist jeden Augenblick eine andere, neue. Unsere Welt wird jeden Augenblick neu kreiert. Der Mensch hat unzaehlige Leben - jeden Augenblick eines. Vergeuden wir keines! Verpassen wir keines!

Naturwissenschafter stimmen mit dieser Auffasung weitgehend ueberein: Zeit ist eine relative Groesse.
Als Historiker kann ich viel damit anfangen. Die Geschichte ist eine konstrierte Vergangenheit, indem man einige Ereignisse auswaehlt, unzaehlige weglaesst und erstere zu einer Konstruktion verknuepft, die man zur Geschichte eines Landes oder einer Epoche erklaert.

Welchen persoenlichen Gewinn enthaelt denn die buddhistische Sichtweise, die Welt, die Mitmenschen, ich seine jeden Augenblick etwas Neues?
Die Offenheit gegenueber Umwelt und Menschen! Menschen, die wir gestern als muehsam einschaetzten, sind im naechsten Augenblick wertvoll. Es gibt keine (Vor-)Urteile, Einschaetzungen, Stereotype mehr, denn im naechsten Aubenblick ist die Welt neu und anders.
Und damit wird die Welt spannender, denn in jedem Augenblick wird sie neu kreiert.
Und das Leben ist nicht mehr ein Leben zwischen Geburt und Tod, denn ich habe jeden Augenblick ein Leben. Es hoert nicht auf mit dem Tod, ich habe in diesem Augenblick nur eine andere Form der Erscheinung.

Uersule am 27.3.2011:
... gefallen mir deine "Buddhistischen Gedanken", nur wären die zu diskutieren, da für mich tausend Fragen auftauchen.
Vielleicht kannst du folgende Worte als Ergänzung lesen:
"Auch wir sind Teilnehmer der Systeme des Lebens und der Welt und nicht nur seine Beobachter. Wir können sie auf tiefe Weise anschauen und vestehen und dadurch wirklich Anteil haben an allem, was uns und den anderen geschieht.
Tun wir dies aus der Erkenntnis der gegenseitigen Verbindung heraus, dann sehen wir uns selbst und die Welt, das Individuelle und das Komplexe in seiner jeweils einzigartigen Zusammensetzung. Du siehst dich und das Ganze ohne Unterscheidung  zwischen dir und dem Rest der Welt. Lasst uns Teilnehmer sein statt Beobachter. Denn dies wird die Mauern durchbrechen, die wir in unserem Geist selbst errichtet haben." (Thich Nhat Hanh)

In Thichs Sinn wünsche ich dir und Edi noch viel Anteilnahme am Anderssein des Gegenübers.

Und sonst viel Fun and enjoy!
Bis bald schon und lächle deinem eigenen Herzen zu
Ursula

Mein Blumen-Sutra

Buddhisten empfehlen, sich nicht nur an Blumen zu erfreuen, sondern auch ueber Blumen nachzudenken, denn die Blume und ich, das Blumenleben und mein Leben, sowie das ganze Universum sind EINE organische Einheit, derselbe Gedanke, dieselbe Idee.
Die perfekte Blume, deren Schoenheit und Intensitaet ist ein Spiegel meiner Moeglichkeiten, perfekt, innerlich schoen und wahr zu sein, denn die Blume und die Menschen - alle funktionieren sie gleich.
Wir alle sind Luft, Wasser, Erde und Energie. Der Blume gelingt es, daraus Schoenheit und Perfektion zu kreieren. Auch ich habe diese Moeglichkeiten, zu leuchten, zu bluehen zur Freude fuer andere und zum Glueck fuer mich. So wie die Blume Erde zu Schoenheit verwandelt, kann auch ich dunkle Seiten meines Lebens in erleuchtende Seiten transformieren. Dazu koennte ich, oder muesste ich meine Schwierigkeiten, meine Probleme, meine Aengste und Sorgen und Leiden nehmen, annehmen, aufnehmen, sie anlaecheln und diese Energien in Schoenheit und positive Energien umwandeln.
Und so wie die Blume aus Erde Schoenheit macht und wieder zu Erde wird, brauche ich keine Angst zu haben vor Schwierigkeiten, weil ich weiss, dass sie organisch mit den schoenen Seiten des Lebens verbunden sind und nur eine andere Seite der Harmonie, des Guten, des inneren Schoenen und Wahren darstellen.
Ja, so wie die Blume haben auch wir Menschen die Anlage, positive Energien wachsen zu lassen. Ich hoffe, dass ich fuer viele Menschen diese efreuliche Blume bin und deren Welt verschoenern helfe.

Samstag, 19. März 2011

Reisen zu Zweit

Im Sikh-Tempel, Bangkok

Reisen alleine war schwierig, aber wichtig fuer mich. Nun reise ich seit zwei Monaten mit Edu. Was heisst das?
Edu und ich haben diese Reise miteinander vereinbart, weil wir uns seit Jahrzehnten kennen und sicher sind, dass wir gegenseitig voneinader profitieren koennen. Wir kennen auch die guten und die schwierigen Seiten des anderen. Beide wollen wir einander gute Reisebegleiter sein.
Wie laeuft diese Reise zu zweit?
Die Zweierkiste laeuft gut. Wir kommmunizieren was wir sehen, wie wir dies und das deuten, reflektieren ueber unsere Vergangenheit und Zukunft, wir sind achtsam gegeneinander, denken und fuehlen mit, wenn der andere sich aeussert. Die ganze Komfortzone, die man zuhause und mit Freunden und Verwandten pflegt, findet man im Reisegespan. Wir helfen einander durch diese unbekannte Welt, erleichtern uns gegenseitig das Reisen, geben einander Sicherheit, insbesondere wenn jemand von uns Unfall haette oder krank wuerde, was bisher zum Glueck noch nicht geschehen ist. Kurz: das Reisen zu zeit wuppt.
Wertvoll ist auch, zu beobachten, wie Edu in verschiedenen Situationen in dieser fremden Welt reagiert. Damit erweitere ich mein eigenes Sortiment, mich in eine bekannte
oder unbekannte Welt einzufuegen oder zu behaupten.
Aber zum Reisen zu zweit gehoeren auch die Schwierigkeiten zu zweit. Es gibt auch "schlechte" Momente.
Reisen ist spannend, hat aber auch nervige Momente, die die Zweierkiste belasten. Mal ist der eine belastet, hat schlecht geschlafen, mal der andere. Es entsteht Beziehungsstress wegen aeusserem Stress. Das kann schon mal dicke Luft geben.
Dann sind wir auch zwei unterschiedliche Menschen, mit je 60 Jahren anderen Erfahrungen, Ueberzeugungen, anderem Verhalten etc. Das passt manchmal nicht besonders gut zueinander und man nervt sich gegenseitig. 


Was soll man da machen? Sich aussprechen? Merkt das der andere nicht und zieht seine Schluesse fuer das naechste Mal? Gibt es nicht auch Gruende, nicht darueber zu sprechen, wenn man sich auf die Nerven geht? Bis zu welchem Detail soll man darueber sprechen?
Was mich an Edu stoert ist doch mein Problem! Ich habe tausend Moeglichkeiten zu reagieren, warum reagiere ich genervt? Wenn mich etwas an Edu stoert, ist das MEIN Problem. Und daraus entsteht DIE Gelegenheit fuer mich, mich zu hinterfragen, also genau das, was ich auf dieser Asienreise moechte: reflektieren ueber mein Verhalten und mein Leben. Mich besser kennenlernen, indem ich merke, was meinen Begleiter an mir nervt, mich kennenlernen, wo ich positive und unproduktive Beitraege in einer Beziehung leiste, wo ich bereichernd und wo ich muehsam bin, meinen Macken, meine Moedeli und Paradigmen und wie sie wirken. Das will ich: Mich kennen lernen in schwierigen Situationen! ein persoenliches Asien-Assessment durchfuehren! mich hinterfragen! wie anpassungsfaehig und tolerant bin ich? wo sind meine toten Hunde begraben? wie anpassungsfaehig bin ich? - meine Muster ueberdenken und eventuell veraendern.
Insofern bieten gerade die schwierigen Situationen zwischen Edu und mir seltene Chancen, sich in der Teamfaehigkeit und dem Menschsein und in der eigenen Sozialkompetenz zu spiegeln am anderen. Und das heisst also: die "schlechten" Momente zwischen Edu und mir sind eigentlich die wichtigen und wertvollen Momente. Es sind die Stoerungen, die ich hier und jetzt suche. Wenn es mir nur gelingt ueber meine Schatten zu springen.