Zwei Tage vor Abreise wurde uns per Mail mitgeteilt, dass unser Schiff in Ancona nicht fährt. Als Alternative schlugen sie uns Bari oder Venedig vor. War das ein Vorbote für bevorstehende Probleme auf unserer Reise im bankrotten Griechenland? Schliesslich ermöglichte man uns, in Venedig einzuschiffen, die Abfahrt sogar am selben Tag. War uns auch recht.
Auf der Fähre in Venedig waren nur wenige Touristen. Dafür füllten sie das Schiff mit Lastwagen. So sehr, dass es festsass! Zwei Stunden lang versuchte es, aus dem Hafen zu kommen. Vorwärts, rückwärts, vorwärts. Unglaublich, oder? Man stellt sich dabei so allerhand Fragen, ob diese Reise auch wirklich gut kommt.
Was man tun kann, wenn das Schiff festsitzt:
- sich freuen, dass man länger auf dem Schiff bleiben darf
- unnötigen Ballast abladen: Fauteuillesessel, Kapitän, Zahnstocher
- Warten auf Klimaerwärmung und Ansteigen des Meeresspiegels
- Rucksack packen und schwimmen
- sich üben in Geduld
- die Bar und damit Griechenland in die schwarzen Zahlen saufen
Sonntag, 5. April 2015
Freitag, 3. April 2015
Donnerstag, 2. April 2015
Griechenland(k)r(e)ise Frühling 2015
April 2015
Liebe Leute,
Eigentlich wollten wir euch liebe Kartengrüsse aus unseren Ferien schreiben. Aber wir haben's wieder mal versiebt. Zu faul, zu schreibmüde, zu wenig Zeit (?), immer aufgeschoben, bis es zu spät war ... Naja, vielleicht ging es euch ja auch schon mal so.
Darum: wir zeigen euch hier als Trösterli ein paar Eindrücke von unserer Griechenlandreise.
Kurz: Wir starteten mit unserem Auto nach Venedig, nahmen also sozusagen den Highway to Hellas, dann ging's mit der Fähre nach Patras. Von Patras aus fuhren wir im Gegenuhrzeigersinn rund um den Peloponnes, das heisst, wir blieben jeweils 2-3 Tage an einem Ort und badeten, wanderten, machten eine Velotour - oder auch nichts.
Anfangs Mai mussten wir schon wieder zurück in heimatliche Gefilde, und verliessen Griechenland in Igoumenitsa. Im Folgenden haben wir ein paar Eindrücke und Stationen bebildert und beschrieben.
Liebe Leute,
Eigentlich wollten wir euch liebe Kartengrüsse aus unseren Ferien schreiben. Aber wir haben's wieder mal versiebt. Zu faul, zu schreibmüde, zu wenig Zeit (?), immer aufgeschoben, bis es zu spät war ... Naja, vielleicht ging es euch ja auch schon mal so.
Darum: wir zeigen euch hier als Trösterli ein paar Eindrücke von unserer Griechenlandreise.
Kurz: Wir starteten mit unserem Auto nach Venedig, nahmen also sozusagen den Highway to Hellas, dann ging's mit der Fähre nach Patras. Von Patras aus fuhren wir im Gegenuhrzeigersinn rund um den Peloponnes, das heisst, wir blieben jeweils 2-3 Tage an einem Ort und badeten, wanderten, machten eine Velotour - oder auch nichts.
Anfangs Mai mussten wir schon wieder zurück in heimatliche Gefilde, und verliessen Griechenland in Igoumenitsa. Im Folgenden haben wir ein paar Eindrücke und Stationen bebildert und beschrieben.
Sonntag, 8. Februar 2015
Letzter Abend am Tobasee
Wir fahren mit dem Boot rüber, um auf dem „Festland“ zu
übernachten. Wir gehen in den nächsten Warung (Beiz), um Tuag zu trinken, ein
alkoholartiges Getränk aus Palmensaft, sehr bitter, gewöhnungsbedürftig, etwa
soviel Alk wie im Bier. Thomas schwärmt von Tuag: Kein anderes Getränk ist so
natürlich, hat so viele Mineralien und ist so gut für die Verdauung wie dieser
„Dschungel-Juice“. Bald mal kommen Batak-Männer. Wir verstehen uns kaum, aber
es gibt bald eine prächtige Stimmung, einer kommt mit Gitarre und singt
Batak-Lieder, das heisst mit Inbrunst, einige singen mit, mehrstimmig.
Ein Soldat kommt hinzu. Er will meine Sonnenbrille. Ich
sagte nein, weil ich brauche sie noch in Bangkok. Er fragt ein zweites Mal. Ich
gebe sie ihm. Er ist total glücklich.
Die Nacht bricht herein, ich schmiere mich ein mit
Antimückensalbe. Eine Frau sieht das, kommt herbei und will auch davon. Das
macht sie glücklich. Offenbar hat sie Knieschmerzen und meint, die Salbe würde
ihr helfen. Ich gebe ihr die Salbe.
… So geht das immer: Du sitzt irgendwo ab, und du bist ein
Mitglieder der Familie. Das haut dich um: diese Herzlichkeit, diese Offenheit.
Das haut dich um, diese Neugier, diese Fröhlichkeit,
Unbekümmertheit, Lachen und Glücklichsein ohne irgend etwas.
Das haut dich um: diese materielle Armut und dieser Reichtum
an Menschlichkeit und Zeit … und dieser Reichtum an Natur, dieser Dreck um dich
herum und diese Schmuddeligkeit des Tisches und des Stuhles und diese Aromen
und Düfte von herrlichsten Gerichten und dieser Gestank gleich vor dem Haus im
Abwassergraben und der Müll hinter dem Haus, auf und neben den Strassen –
überall, diese Scheisse und Dreck vor der Türschwelle und die Sauberkeit der
Menschen. Diese Lebendigkeit und Geschäftigkeit auf den Märkten, dieses Chaos
auf den Strassen und diese Ruhe am Tobasee. Dieses Durcheinander von Menschen
Tieren Autos, Motorräder, diese …
… Das war meine eindrücklichste, schönste Reise. Ich sah,
was das Leben lebenswert und spannend machte. Möglicherweise lernte ich etwas. Ein 5-wöchiger Intensivkurs in Sachen Offenheit und Herzlichkeit. Bis zum letzten Abend.
Und dann ...das was ich zuweilen vermisst habe: wieder zuhause.
... und wenn man in den Himmel schaut, ist jede Gegend sehr ähnlich.
Donnerstag, 5. Februar 2015
Die Story von Rika und Desmond
| Rika mit Ratna und Thomas |
Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte kürzlich: Frauen
können Privates, Persönliches, ein Geheimnis nur 32 Min. für sich behalten. Ich
las das im Internet, also in der Realität, also stimmt es.
Das ging mir durch
den Kopf, als Rika mir ihre Geschichte erzählte:
Rika ist eine Mathematiklehrerin aus Wien, Desmond ist der
„Manager“, des „Resorts“ auf Tailana, ein schwierig einzuschätzender
Eingeborener. Ratna: "This guy is no good“. Vor 3 Monaten besuchte Rika erstmals
Tailana und verliebte sich in Desmond. Für 5 Wochen ging sie zurück zu ihrer
Arbeit, und kam kürzlich zum zweiten Male wieder zu Desmond/nach Tailana
zurück. Sie hilft jetzt mit auf Tailana und investiert in bessere Infrastuktur.
Desmond ist verheiratet und hat Kinder. Er habe seine Frau
nie geliebt. Seine Frau habe ihm eine Schwangerschaft vorgetäuscht, worauf er
sie geheiratet habe.
Rika möchte, dass sich Desmond sich von seiner Frau scheidet
(nach so kurzer Zeit!). Das erzählte Desmond seiner Frau. Die Frau soll Rika
als zweite Frau akzeptiert haben (Thomas: in Aceh kann ein Mann bis zu 6 Frauen
heiraten), aber scheiden lassen wolle sie sich nicht.
… Ich finde diese Geschichte schon allerhand. Es gibt
nichts, was es nicht gibt. Ein trojanisches Pferd der Augenwischerei.
Rika hat noch nicht entschieden, alle ihre Freundinnen in
Wien schütteln den Kopf über ihr Abenteuer. Ratna: „ Hey Rika! Open your
eyes!“.
Mittwoch, 4. Februar 2015
Auf Tailana
| Dieser multifunktionelle Esstisch war nachts mein Bett |
| Das Restaurant des "Resorts" |
| Tailana mit 4 Bungalows |
Dienstag, 3. Februar 2015
Auf Pulau Banyak
Dutzende von paradiesisch schönen Inseln, ein Bildersaal der Schönheit der Natur. Auf zwei grösseren
Inseln hat es zwei Fischerdörfer. Auf vier Inseln gibt es je ein Resort.
Die Insel Tailana umwandert man in 30 Minuten, Sandstrand,
Korallenreste Kokospalmen. Das Resort besteht aus einem Warung (eine Art Beiz
mit Betonboden und Dach aus Palmblättern für Schatten) und vier Bungalows. Sie
waren besetzt von vier Pärchen, einem schottischen, einem
schweiz-indonesischen, einem schweiz-deutschen und einem französischen Pärchen.
Das heisst, alle Bungalows waren besetzt. Ratna und Thomas durften im Raum des
Beizchens schlafen. Ich schlief auf dem Esstisch, weil ich wollte nicht ihre
Matrazen am Strand in den Sand legen. In der Nacht ist es ziemlich feucht. Auch
hatte ich Angst vor Sandflies.
Montag, 2. Februar 2015
Jam karet - Gummizeit - unterwegs nach Pulau Banyak
Wir sind auf dem Weg nach Pulau (Inseln) Banyak (viele).
Uns wurde gesagt die Fähre starte am frühen Morgen. Am
Ticketschalter war die Zeit angekündigt auf 10.00. Der Ticketverkäufer teilte
uns mit, sie fahre um 11.00. Sie fuhr dann 13.30 … das ist die Normalität, das
ist hier das Zeitmass, immer wieder, so ist es hier. 10.00 das ist ja wie
13.30.
Diese Zeiteinheit heisst „jam karet“, „Zeit Gummi“, also
„Gummizeit“.
Anderes Beispiel: Ich lernte mit Thomas indonesisch.
Ich: „Wo fährt der Bus nach Medan – Di mana ada bis ke
Medan?
Thomas: „Richtig“
Ich: „Wann fährt der Bus nach Medan – Jam berapa bis yang
pergi ke Medan?“
Thomas: „ Das it eine völlig sinnlose Frage, weil du kriegst
eine völlig sinnlose Antwort“
Ich: „ Aha, haha, richtig, brauch ich nicht zu lernen“.
Thomas: „Die Antwort, die du kriegst wäre wohl:
Sebentar = gleich à sofort bis 3 Stunden
Nanti = später à eventuell noch heute,
vielleicht erst in den nächsten Tagen wieder
Sudah = Schon; schon weg, vielleicht auch nicht.“| 4 Std. Fahrt vom Festland (wenn man Sumatra so nennen darf) in ein Fischerdorf auf einer grösseren Insel. |
| Von dort 30 Minuten durch eine traumhafte Inselwelt nach Tailana |
| Fischerboot |
| Reisen mit glücklichen Menschen färbt ab. |
Sonntag, 1. Februar 2015
Samstag, 31. Januar 2015
Baden in Hot Spring von Tarutung
Auf der Welt gebe es nur 2 solcher
Sprudelquellen.
Danach führte uns Roberto, ein Informatik-Dozent am Institut
Teknologi in Balige, auf das Grundstück seiner Eltern mit heissen
Schwefelquellen. Schönste Wasserlandschaften und Wasserfarben wie
imYellowstone. Nur kein Mensch hier. Thomas schlug vor ein 5-Stern-Hotel
aufzubauen und ein grosses Dach über die Quellen, für mich eine eher skurile Idee.
Roberto ist ein cleverer Typ, spricht fliessend englisch.
Er fragte mich:
„Is it true, that Switzerland ist he happpiest country in
the world?“ Was, wie würdest darauf antworten? Was ist Glücklichsein? Was macht
glücklich? Wer ist glücklicher, die Menschen hier oder bei uns? Es wurde ein
langes Gespräch. Glück – das kann vieles sein, ausser Unglück. Aber vielleicht
gehört auch das dazu. Wer keine glücklosen Zeiten erlebt hat, weiss nicht was
Glück ist.
| Roberto |
| Sebastian und Paul |
Freitag, 30. Januar 2015
Thomas Pizzeria in Balige
Für Thomas ist
Silimalombu zu eng. Er hat ein schönes Verhältnis mit Ratna, seiner Frau, aber
im Dorf passt ihm niemand: "alle strohdumm". In Tuktuk habe er ein paar
europäische Freunde und Bekannte, "aber die sind z.T. versoffen". Thomas nahm
deshalb das Angebot von Sebastian an, in Balige in einer bestehenden
Strassenkneipe eine Pizzeria einzurichten. In Balige (1 Std. Schiff und 2 Std.
Bus von Silimalombu entfernt) hat er eine ihn ansprechendere Umgebung. Er will
in Sumatra eine Pizzeria-Kette aufbauen im Franchising-System. Konzept
erarbeiten, Material einkaufen, Rezepte schreiben, Leute für seine Kette
ausbilden. Er denkt in der Grössenordnung von 1000 Pizzerias auf Sumatra. "Wenn das McDonalds kann, kann ich das auch. Ich bin schneller als McDonalds". Mit dem Geld will
er TLP-Aktien aufkaufen und diese Firma schliessen. Die TLP ist ein grosses Cellulose-
und Papierunternehmen, korrupt und umweltbelastend durch umfangreiche Abholzung
ohne Wiederaufforstung, Luft- und wasserverschmutzend. „Wir essen diese Firma
auf.“
Viel Glück Thomas!
Donnerstag, 29. Januar 2015
Bei der Gultom Familie in Silimalombu
Den Bauleuten, vor allem Tom, dem Zimmermann geholfen, der
gerade Türrahmen herstellte für die Guesthousezimmer im Parterre des neuen Hauses.
Ein Gestell im Estrich gemacht.
Gebadet
Besuch von Tourist Thomas, der sich als Gast mit RBnB anmeldete. Er
arbeitete bei Microsoft Schweiz, kündigte weil zu eintönige Arbeit, will ein
Jahr lang herumreisen und sich neu orientieren.
Mit Sophie 1, gesprochen, einer Volunteering aus den USA.
War nett. Sophie 2 aus London hat einen jugendlichen Slang, der für mich
unverständlich ist. Ich versuchte ihr zu erklären, dass Englisch für mich eine
Fremdsprache ist und ich viel Mühe aufwandte, diese einigermassen zu lernen.
Sie möchte sich doch auch bemühen, deutlich zu sprechen, wenn sie mit mir
kommunizieren wolle. Es nützte nichts. „Dear Sphie, I really try to understand
you but what you just said, is a
mystery to me, I just understood three words. Somehow it seems to me arrogant, when you just talk in this incomprehensible
student slang. Are you?»
| Gultoms Anwesen |
| Ratna sagt, sie sei von Beruf Fischerin. Jeden Morgen und Abend geht sie fischen mit Netz. Ausbeute: jeweils ca. 10kg Tilapia. Was nicht gegessen wird, verkauft sie auf dem Markt. |
| Blick über die Dächer von Gultoms Häuser |
| Meine Baukollegen Tom, John, Santa |
| Gultoms Häuser mit teilweise sichtbarem indonesichem Chaos rundherum. Ich hatte meine Kammer ganz links, direkt über dem Schweinestall. |
| Mein Arbeitsplatz für Estrichgestell, Bücherregal und Schrank mit einfachsten Werkzeugen und schwierigem Rohmaterial |
| Vor dem Haus und rund ums Haus: Enten, Hühner, Hunde, Schweine, Büffel mit entsprechendem Dreck bin zu Türschwelle,. |
| Meine Maurer-Arbeitskollegen |
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