Samstag, 11. April 2015

Am Fest der Natur

Die Natur jauchzte



Freitag, 10. April 2015

Europawetter

Schwarzenburg, 10.4.2015

Kalamata, 11.4.2015


Hier ein paar Betrachtungen überˋs Wetter:
Die Temperatur tagsüber ist angenehm, aber die Abende, Nächte und Morgen sind saukalt, etwa dieselbe Temperatur wie zuhause. Ziemlich hart und garstig zum Campen für uns Weicheier. 
Timos, der Campingwart, meinte, das Wetter diesen Frühling sei "extraordinary". Aber leider, leider schummelt er: Wir waren schon mal hier um dieselbe Jahreszeit und erinnern uns wie wir damals alle Gäste in der Jugendherberge in Olympia um den kleinen Kanonenofen herumsassen und froren.
Das war vor 39 Jahren. Nicht mal der Klimawandel brachte was.
Es ist nämlich nur Gerede, dass es in Südeuropa wärmer sein soll, als anderswo auf diesem Kontinent der Kälte. Frühling, was ist das? Ein Eufemismus für weniger kalten Winter. Herbst dasselbe - es gibt in Europa von Ost nach West von Nord nach Süd nur eine Saison, das ist Winter. Gut, die paar Tage, wo man nicht schneeschaufeln muss, kann man ja meinetwegen als Sommer, korrekter Sömmerchenlein, benennen.
Darauf freuen sich die Menschen Europas allesamt 360 Tage lang. Naja, ... soo lange geht`s nicht mehr. 

Dienstag, 7. April 2015

Kalogria

Erster Stopp auf dem Peloponnes. Schöner Pinienwald entlang der Westküste des Peloponnes mit Seen, Dünen und Mooren.

Der Reiseführer warnt vor Mückenplage. Während unseres Aufenthaltes zeigte sich keine einzige. Der starke Wind hinderte sie am Starten, und die vor Kälte eingemummten Menschen boten keinen Landeplatz.


Sonntag, 5. April 2015

Ein Schiff wird kommen

Zwei Tage vor Abreise wurde uns per Mail mitgeteilt, dass unser Schiff in Ancona nicht fährt. Als Alternative schlugen sie uns Bari oder Venedig vor. War das ein Vorbote für bevorstehende Probleme auf unserer Reise im bankrotten Griechenland? Schliesslich ermöglichte man uns, in Venedig einzuschiffen, die Abfahrt sogar am selben Tag. War uns auch recht.

Auf der Fähre in Venedig waren nur wenige Touristen. Dafür füllten sie das Schiff mit Lastwagen. So sehr, dass es festsass! Zwei Stunden lang versuchte es, aus dem Hafen zu kommen. Vorwärts, rückwärts, vorwärts. Unglaublich, oder? Man stellt sich dabei so allerhand Fragen, ob diese Reise auch wirklich gut kommt.

Was man tun kann, wenn das Schiff festsitzt:
- sich freuen, dass man länger auf dem Schiff bleiben darf
- unnötigen Ballast abladen: Fauteuillesessel, Kapitän, Zahnstocher
- Warten auf Klimaerwärmung und Ansteigen des Meeresspiegels
- Rucksack packen und schwimmen
- sich üben in Geduld
- die Bar und damit Griechenland in die schwarzen Zahlen saufen

Freitag, 3. April 2015

Besuch in Verona

Bei Antonietta,  Daniele, Tante Rösli und Tina.






Donnerstag, 2. April 2015

Griechenland(k)r(e)ise Frühling 2015

April 2015

Liebe Leute,
Eigentlich wollten wir euch liebe Kartengrüsse aus unseren Ferien schreiben. Aber wir haben's wieder mal versiebt. Zu faul, zu schreibmüde, zu wenig Zeit (?), immer aufgeschoben, bis es zu spät war ... Naja, vielleicht ging es euch ja auch schon mal so.
Darum: wir zeigen euch hier als Trösterli ein paar Eindrücke von unserer Griechenlandreise.

Kurz: Wir starteten mit unserem Auto nach Venedig, nahmen also sozusagen den Highway to Hellas, dann ging's mit der Fähre nach Patras. Von Patras aus fuhren wir im Gegenuhrzeigersinn rund um den Peloponnes, das heisst, wir blieben jeweils 2-3 Tage an einem Ort und badeten, wanderten, machten eine Velotour - oder auch nichts.
Anfangs Mai mussten wir schon wieder zurück in heimatliche Gefilde, und verliessen Griechenland in Igoumenitsa. Im Folgenden haben wir ein paar Eindrücke und Stationen bebildert und beschrieben.



Sonntag, 8. Februar 2015

Letzter Abend am Tobasee








Wir fahren mit dem Boot rüber, um auf dem „Festland“ zu übernachten. Wir gehen in den nächsten Warung (Beiz), um Tuag zu trinken, ein alkoholartiges Getränk aus Palmensaft, sehr bitter, gewöhnungsbedürftig, etwa soviel Alk wie im Bier. Thomas schwärmt von Tuag: Kein anderes Getränk ist so natürlich, hat so viele Mineralien und ist so gut für die Verdauung wie dieser „Dschungel-Juice“. Bald mal kommen Batak-Männer. Wir verstehen uns kaum, aber es gibt bald eine prächtige Stimmung, einer kommt mit Gitarre und singt Batak-Lieder, das heisst mit Inbrunst, einige singen mit, mehrstimmig.
Ein Soldat kommt hinzu. Er will meine Sonnenbrille. Ich sagte nein, weil ich brauche sie noch in Bangkok. Er fragt ein zweites Mal. Ich gebe sie ihm. Er ist total glücklich.
Die Nacht bricht herein, ich schmiere mich ein mit Antimückensalbe. Eine Frau sieht das, kommt herbei und will auch davon. Das macht sie glücklich. Offenbar hat sie Knieschmerzen und meint, die Salbe würde ihr helfen. Ich gebe ihr die Salbe.
… So geht das immer: Du sitzt irgendwo ab, und du bist ein Mitglieder der Familie. Das haut dich um: diese Herzlichkeit, diese Offenheit.
Das haut dich um, diese Neugier, diese Fröhlichkeit, Unbekümmertheit, Lachen und Glücklichsein ohne irgend etwas.
Das haut dich um: diese materielle Armut und dieser Reichtum an Menschlichkeit und Zeit … und dieser Reichtum an Natur, dieser Dreck um dich herum und diese Schmuddeligkeit des Tisches und des Stuhles und diese Aromen und Düfte von herrlichsten Gerichten und dieser Gestank gleich vor dem Haus im Abwassergraben und der Müll hinter dem Haus, auf und neben den Strassen – überall, diese Scheisse und Dreck vor der Türschwelle und die Sauberkeit der Menschen. Diese Lebendigkeit und Geschäftigkeit auf den Märkten, dieses Chaos auf den Strassen und diese Ruhe am Tobasee. Dieses Durcheinander von Menschen Tieren Autos, Motorräder, diese …


… Das war meine eindrücklichste, schönste Reise. Ich sah, was das Leben lebenswert und spannend machte. Möglicherweise lernte ich etwas. Ein 5-wöchiger Intensivkurs in Sachen Offenheit und Herzlichkeit. Bis zum letzten Abend.





Und dann ...das was ich zuweilen vermisst habe: wieder zuhause.
















... und wenn man in den Himmel schaut, ist jede Gegend sehr ähnlich. 

Donnerstag, 5. Februar 2015

Die Story von Rika und Desmond

Rika mit Ratna und Thomas






Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte kürzlich: Frauen können Privates, Persönliches, ein Geheimnis nur 32 Min. für sich behalten. Ich las das im Internet, also in der Realität, also stimmt es. 
Das ging mir durch den Kopf, als Rika mir ihre Geschichte erzählte:

Rika ist eine Mathematiklehrerin aus Wien, Desmond ist der „Manager“, des „Resorts“ auf Tailana, ein schwierig einzuschätzender Eingeborener. Ratna: "This guy is no good“. Vor 3 Monaten besuchte Rika erstmals Tailana und verliebte sich in Desmond. Für 5 Wochen ging sie zurück zu ihrer Arbeit, und kam kürzlich zum zweiten Male wieder zu Desmond/nach Tailana zurück. Sie hilft jetzt mit auf Tailana und investiert in bessere Infrastuktur.
Desmond ist verheiratet und hat Kinder. Er habe seine Frau nie geliebt. Seine Frau habe ihm eine Schwangerschaft vorgetäuscht, worauf er sie geheiratet habe.
Rika möchte, dass sich Desmond sich von seiner Frau scheidet (nach so kurzer Zeit!). Das erzählte Desmond seiner Frau. Die Frau soll Rika als zweite Frau akzeptiert haben (Thomas: in Aceh kann ein Mann bis zu 6 Frauen heiraten), aber scheiden lassen wolle sie sich nicht.
… Ich finde diese Geschichte schon allerhand. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Ein trojanisches Pferd der Augenwischerei.

Rika hat noch nicht entschieden, alle ihre Freundinnen in Wien schütteln den Kopf über ihr Abenteuer. Ratna: „ Hey Rika! Open your eyes!“.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Auf Tailana

Dieser multifunktionelle Esstisch war nachts mein Bett

Das Restaurant des "Resorts"

Tailana mit 4 Bungalows

Unser Bootsführer, dessen Name ich vergessen habe, wahrscheinlich der glücklichste Mensch auf Erden, wahrscheinlich auch immer mehr oder weniger bekifft.
Markus aus der Schweiz, verheiratet mit einer Indonesierin. Will hier irgendwo ein Resort aufbauen mit Diving Center.


Dienstag, 3. Februar 2015

Auf Pulau Banyak

Dutzende von paradiesisch schönen Inseln, ein Bildersaal der Schönheit der Natur. Auf zwei grösseren Inseln hat es zwei Fischerdörfer. Auf vier Inseln gibt es je ein Resort.

Die Insel Tailana umwandert man in 30 Minuten, Sandstrand, Korallenreste Kokospalmen. Das Resort besteht aus einem Warung (eine Art Beiz mit Betonboden und Dach aus Palmblättern für Schatten) und vier Bungalows. Sie waren besetzt von vier Pärchen, einem schottischen, einem schweiz-indonesischen, einem schweiz-deutschen und einem französischen Pärchen. Das heisst, alle Bungalows waren besetzt. Ratna und Thomas durften im Raum des Beizchens schlafen. Ich schlief auf dem Esstisch, weil ich wollte nicht ihre Matrazen am Strand in den Sand legen. In der Nacht ist es ziemlich feucht. Auch hatte ich Angst vor Sandflies.






Montag, 2. Februar 2015

Jam karet - Gummizeit - unterwegs nach Pulau Banyak





Wir sind auf dem Weg nach Pulau (Inseln) Banyak (viele).
Uns wurde gesagt die Fähre starte am frühen Morgen. Am Ticketschalter war die Zeit angekündigt auf 10.00. Der Ticketverkäufer teilte uns mit, sie fahre um 11.00. Sie fuhr dann 13.30 … das ist die Normalität, das ist hier das Zeitmass, immer wieder, so ist es hier. 10.00 das ist ja wie 13.30.
Diese Zeiteinheit heisst „jam karet“, „Zeit Gummi“, also „Gummizeit“.
Anderes Beispiel: Ich lernte mit Thomas indonesisch.
Ich: „Wo fährt der Bus nach Medan – Di mana ada bis ke Medan?
Thomas: „Richtig“
Ich: „Wann fährt der Bus nach Medan – Jam berapa bis yang pergi ke Medan?“
Thomas: „ Das it eine völlig sinnlose Frage, weil du kriegst eine völlig sinnlose Antwort“
Ich: „ Aha, haha, richtig, brauch ich nicht zu lernen“.

Thomas: „Die Antwort, die du kriegst wäre wohl:
Sebentar = gleich à sofort bis 3 Stunden
Nanti = später à eventuell noch heute, vielleicht erst in den nächsten Tagen wieder
Sudah = Schon; schon weg, vielleicht auch nicht.“
4 Std. Fahrt vom Festland (wenn man Sumatra so nennen darf) in ein Fischerdorf auf einer grösseren Insel.


Von dort 30 Minuten durch eine traumhafte Inselwelt nach Tailana

Fischerboot

Reisen mit glücklichen Menschen färbt ab.
Fischerdorf auf Pfählen als unsere Zwischenstation

Sonntag, 1. Februar 2015

Samstag, 31. Januar 2015

Baden in Hot Spring von Tarutung

Auf der Welt gebe es nur 2 solcher Sprudelquellen. 



Danach führte uns Roberto, ein Informatik-Dozent am Institut Teknologi in Balige, auf das Grundstück seiner Eltern mit heissen Schwefelquellen. Schönste Wasserlandschaften und Wasserfarben wie imYellowstone. Nur kein Mensch hier. Thomas schlug vor ein 5-Stern-Hotel aufzubauen und ein grosses Dach über die Quellen, für mich eine eher skurile Idee.

Roberto ist ein cleverer Typ, spricht fliessend englisch.
Er fragte mich:

„Is it true, that Switzerland ist he happpiest country in the world?“ Was, wie würdest darauf antworten? Was ist Glücklichsein? Was macht glücklich? Wer ist glücklicher, die Menschen hier oder bei uns? Es wurde ein langes Gespräch. Glück – das kann vieles sein, ausser Unglück. Aber vielleicht gehört auch das dazu. Wer keine glücklosen Zeiten erlebt hat, weiss nicht was Glück ist.



Roberto

Sebastian und Paul



Freitag, 30. Januar 2015

Thomas Pizzeria in Balige

Für Thomas ist Silimalombu zu eng. Er hat ein schönes Verhältnis mit Ratna, seiner Frau, aber im Dorf passt ihm niemand: "alle strohdumm". In Tuktuk habe er ein paar europäische Freunde und Bekannte, "aber die sind z.T. versoffen". Thomas nahm deshalb das Angebot von Sebastian an, in Balige in einer bestehenden Strassenkneipe eine Pizzeria einzurichten. In Balige (1 Std. Schiff und 2 Std. Bus von Silimalombu entfernt) hat er eine ihn ansprechendere Umgebung. Er will in Sumatra eine Pizzeria-Kette aufbauen im Franchising-System. Konzept erarbeiten, Material einkaufen, Rezepte schreiben, Leute für seine Kette ausbilden. Er denkt in der Grössenordnung von 1000 Pizzerias auf Sumatra. "Wenn das McDonalds kann, kann ich das auch. Ich bin schneller als McDonalds". Mit dem Geld will er TLP-Aktien aufkaufen und diese Firma schliessen. Die TLP ist ein grosses Cellulose- und Papierunternehmen, korrupt und umweltbelastend durch umfangreiche Abholzung ohne Wiederaufforstung, Luft- und wasserverschmutzend. „Wir essen diese Firma auf.“

Viel Glück Thomas!



Donnerstag, 29. Januar 2015

Bei der Gultom Familie in Silimalombu

Den Bauleuten, vor allem Tom, dem Zimmermann geholfen, der gerade Türrahmen herstellte für die Guesthousezimmer im Parterre des neuen Hauses.
Ein Gestell im Estrich gemacht.
Gebadet
Besuch von Tourist Thomas, der sich als Gast mit RBnB anmeldete. Er arbeitete bei Microsoft Schweiz, kündigte weil zu eintönige Arbeit, will ein Jahr lang herumreisen und sich neu orientieren.
Mit Sophie 1, gesprochen, einer Volunteering aus den USA. War nett. Sophie 2 aus London hat einen jugendlichen Slang, der für mich unverständlich ist. Ich versuchte ihr zu erklären, dass Englisch für mich eine Fremdsprache ist und ich viel Mühe aufwandte, diese einigermassen zu lernen. Sie möchte sich doch auch bemühen, deutlich zu sprechen, wenn sie mit mir kommunizieren wolle. Es nützte nichts. „Dear Sphie, I really try to understand you but what you just said, is a mystery to me, I just understood three words. Somehow it seems to me arrogant, when you just talk in this incomprehensible student slang. Are you?»

Gultoms Anwesen


Ratna sagt, sie sei von Beruf Fischerin. Jeden Morgen und Abend geht sie fischen mit Netz. Ausbeute: jeweils ca. 10kg Tilapia. Was nicht gegessen wird, verkauft sie auf dem Markt.

Blick über die Dächer von Gultoms Häuser

Meine Baukollegen Tom, John, Santa

Gultoms Häuser mit teilweise sichtbarem indonesichem Chaos rundherum.
 Ich hatte meine Kammer ganz links, direkt über dem Schweinestall.


Mein Arbeitsplatz für Estrichgestell, Bücherregal und
Schrank mit einfachsten Werkzeugen und schwierigem Rohmaterial

Vor dem Haus und rund ums Haus: Enten, Hühner, Hunde, Schweine,
Büffel mit entsprechendem Dreck bin zu Türschwelle,.
Meine Maurer-Arbeitskollegen